Update 2011

Entsprechend unserem Vorhaben, einen dritten Klassenraum zu schaffen, begannen wir im August 2010 mit der Aktion „1000 Bausteine für Gambia“.  Für 1 Euro konnte ein Baustein erworben werden. Angeboten wurden diese Bausteine auf Veranstaltungen wie dem Bützower Gänsemarkt und der MELA in Mühlengeez. Um den Anbau zu finanzieren, brauchten wir laut Kostenvoranschlag 5 500 Euro.

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns halfen, über das Projekt zu informieren und uns auch finanziell unterstützten. Zu diesen Helfern gehören z. B. die Norddeutsche Stiftung Umwelt und Entwicklung, der Güstrower Blitzverlag, das Teterower Frauenzentrum „Trude“, das Kosmetikstübchen „Anna“ Güstrow und Frau Dr. Lorenz vom Duden-Institut, das Ernst-Barlach-Gymnasium Güstrow und die Schule in Bernitt.Zum Jahresende 2010 hatten wir es geschafft. Der Anbau konnte beginnen.

Am 31.3.2011 ging dann unsere Reise los. Wie stets war Monika Thomsen, als Vereinsvorsitzende und Hauptinitiatorin, dabei und Frau Kasten. Beide hatten sich entschlossen, vier Wochen vor Ort zu bleiben. Sie wurden von vier weiteren Mitstreitern begleitet, die für 14 bzw. für 7 Tage mithalfen, unser Projekt umzusetzen.

Gleich bei unserer Ankunft kündigte Lamin, unser Helfer vor Ort, eine Überraschung an. Gespannt fuhren wir in unser Dorf Labakoreh und konnten es kaum fassen. Von unserem neuen Klassenraum standen die ersten gemauerten Reihen.

Wie jedes Jahr wurden wir nicht nur von den Schülern und Lehrern herzlich empfangen, sondern viele Dorfbewohner kamen und begrüßten uns mit der typisch  afrikanischen Herzlichkeit und Lebhaftigkeit, die spontanes Singen und Tanzen einschließt und gefolgt wurde von einer Einladung unserer Lehrer zu einem Mittagessen. Vorher ging es aber noch zur Inspektion unseres „Health Centres“. Da stellten wir fest, dass eine Seite des Eingangstors kaputt war. Auch die Wasserpumpe des Brunnens auf dem Schulhof war defekt.
Beim gemeinsamen Mittagessen wurden dann die anstehenden Aufgaben besprochen.

Am nächsten Tag ging es dann zunächst auf einen Baumarkt, der natürlich nicht zu vergleichen ist mit einem hier in Deutschland. Aber gemeinsam mit dem Tischler des Dorfes kauften wir Bauholz für den Dachstuhl und Holz für Schultische und Stühle ein. Der Transport des Holzes nach Labakoreh wurde organisiert und weiter ging es zum Schlosser.

Dort wurden die Fenster- und  Türrahmen in Auftrag gegeben. Alle wussten, dass wir alle Aufträge schnell erledigt haben wollten, denn der neue Klassenraum sollte ja bis zu unserer Abreise fertig zur Nutzung übergeben werden. Aber die Handwerker dort sind froh, durch uns Arbeitsaufträge zu erhalten und geben sich viel Mühe, diese zügig und ordentlich zu erledigen.

Das Baugeschehen ging dann gut voran. Nach einer Woche stand der Dachstuhl  und mit dem Verputzen wurde angefangen.

Ein Besuch galt dann der an Rachitis erkrankten Mariama, für deren Behandlung wir einen Sponsoren gefunden haben, und wir freuten uns mit ihr über die weitere Verbesserung ihrer gesundheitlichen Situation.

Besucht wurde auch die Hotelfachschule, an der Mariama Kamara dank deutscher Sponsoren eine Ausbildung erhält. Wir erfuhren in einem Gespräch mit Mariamas Klassenleiter und dem Direktor der Schule, dass sie eine gute Schülerin ist und im Juni den ersten Teil ihrer Ausbildung abschließen wird.

In Labakoreh bekamen wir Besuch von zwei Jugendlichen, die uns um finanzielle Unterstützung baten. Fatu Jalla, ein 17 jähriges Mädchen, hat das 9. Schuljahr abgeschlossen und möchte einen höheren Schulabschluss erwerben. Auch Keba Nuang, der die 11.Klasse erfolgreich beendete, möchte die 12. Klasse absolvieren.

In der zweiten Woche unseres Aufenthaltes hatten wir noch ein ganz besonderes, emotional sehr bewegendes Erlebnis. An unserem ersten Tag im Dorf war dort ein kleines Mädchen geboren worden und die Eltern entschieden, dass es als zweiten Vornamen  den Namen Monika erhalten sollte, zu Ehren von Monika Thomsen. Das ist wieder ein Beispiel dafür, wie beliebt und geschätzt Frau Thomsen bei den Menschen dort ist. Übrigens auch in vielen Gesprächen mit den unterschiedlichsten Menschen dort wurde immer wieder betont, dass unser Projekt hoch anerkannt und mit Dankbarkeit angenommen wird.

 

Natürlich nahmen wir die Einladung zur Taufe, die traditionell sieben Tage nach der Geburt stattfand, gerne an. Das war ein Fest, an dem das ganze Dorf teilnahm. Schön, dass Frau Naujocks aus Güstrow, eine gute Freundin unseres Vereins, wieder so fleißig gestrickt hatte. So konnte nicht nur die kleine Monika , sondern auch noch vier andere Babys mit wunderschönen Strickgarnituren beschenkt werden. Voller Freude und Dankbarkeit ließen sich die Muttis fotografieren.

Ein anderer Besuch wurde in der zweiten Woche noch notwendig. Gemeinsam mit den Lehrern unserer „Nursery School“, Sena ,Jawara und Mustapha, der in diesem Jahr    im neuen Unterrichtsraum unterrichten wird, waren wir an der „University of The Gambia“ und besprachen mit Leitungsmitgliedern die Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten der Lehrer.

 

Ein paar Tage vor unserer Abreise fand unser traditionelles Strandfest statt, an dem alle unsere Kinder und viele Dorfbewohner teilnahmen.

Dann ging es zum Endspurt beim Anbau. Dabei halfen alle mit. Da wurde nicht nur die neuen, sondern auch die alten Fensterrahmen mit leuchtend grüner Farbe angestrichen, die neuen Schulbänke und Stühle eingeräumt
Nebenbei gelang es Herrn Koschak noch, die Pumpe zu reparieren.

Dann konnten wir auch unsere neuen Hinweisschilder, für die wir die Schriftfolien  aus Deutschland mitgebracht hatten, aufbauen bzw. am Gebäude anbringen.

Und dann war es soweit: Die Eröffnungsparty konnte beginnen. Voller Freude und auch Stolz waren alle, Deutsche und Afrikaner, hatten wir doch gemeinsam unser Ziel erreicht und auf diese Weise geholfen, dass junge Menschen in Gambia eine bessere Chance für ihre Zukunft haben.

Unsere Ziele für das kommende Jahr:

  • Unterhaltung der Schule und des Gesundheitszentrums
  • Finanzierung der Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals
  • für Fatu und Keba Sponsoren finden
  • Einen Pavillion für die Speisenausgabe errichten
  • Küchengerät und Geschirr anschaffen
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